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Wildschweine in der Stadt

Wildschweine werden immer h?ufiger zum Thema in innerst?dtischen Gebieten. Deshalb haben wir für Sie einige Informationen zum Thema "Wildschweine in der Stadt" zusammengestellt.

1. Verhaltens?nderungen der "(Stadt-) Wildschweine"

Wildscheine sind sehr anpassungsf?hige Tiere. Sie verstehen es hervorragend, ihren Lebensrhythmus und Gewohnheiten an die verschiedensten Lebensbedingungen anzupassen. So findet man Wildschweine auch immer wieder in Wohngebieten vor. Wildschweine sind sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei sie ihre Aktivit?ten bei st?renden Einflüssen (Menschen, starker Stra?enverkehr, Jagd) nahezu g?nzlich auf die Nacht verlagern k?nnen. Den Tag verschlafen sie dann im Schutz eines Dickichts und beginnen erst in der D?mmerung mit der Nahrungssuche, wobei sie gro?e Strecken zurücklegen k?nnen. Aufgrund der starken Besiedlungsdichte und der Beschr?nkung des natürlichen Habitats durch den Menschen, kommt es vor, dass die sehr anpassungsf?higen Wildschweine in G?rten, Parks und Au?enbezirken von St?dten auftauchen und dadurch ihren Lebensraum erweitern.

2. Was suchen die Wildschweine in Wohngebieten?

In erster Linie Nahrung. Wildschweine sind Allesfresser und es steht sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung auf ihrem Speiseplan. Der Speisezettel ist vielf?ltig und die Nahrung besteht je nach Angebot aus Klee, Gras, Brennnesseln, Bl?ttern, Eicheln, Bucheckern, Früchten wie z.B. ?pfel, Getreide, Mais, Kartoffeln, Schnecken, Würmer, Insekten und ihre Larven, Kleintiere wie z.B. M?use, Eier aus Nestern von Bodenbrütern, aber auch Aas. So ist ein Komposthaufen im Garten, die Abfalltonne in Grünanlagen, aber auch der frisch gem?hte Rasen in Parks oder auf Friedh?fen für Wildschweine interessant, ein lohnenswertes Ziel welches nach Schnecken, Insekten und Würmern durchsucht wird. Mit ihren kr?ftigen Rüsseln graben Wildschweine den Boden auf oder drücken Z?une hoch, um an die Nahrung in Komposthaufen, Papierk?rben oder Abfalltonnen zu gelangen. 

Wildschweine halten sich bevorzugt in den begrünten Randbereichen der Stadt auf. Dabei werden Grünfl?chen, Grünzüge, verwilderte Brachfl?chen, bewachsene Bahnd?mme oder begrünte Bachl?ufe als Wechsel benutzt, um in die Stadt einzudringen. Manche Tierliebhaber vermuten zu Unrecht, dass die Tiere Hunger leiden und füttern deshalb. Dadurch werden die Wildschweine nun dauerhaft in die Wohngebiete gelockt. Gartenbesitzer, die ihre Gartenabf?lle, Kompost, Obst und altes Gemüse im Wald oder dessen Umgebung abladen, füttern unbewusst neben Ratten auch Wildschweine. Die Tiere gew?hnen sich schnell an diese Nahrungsquelle. Entsprechendes gilt für Parkanlagen, in denen oftmals Essenreste zurückgelassen werden. Für Wildschweine sind Gartenabf?lle und liegen gelassene Picknickreste ein gefundenes Fressen. Ihr gutes Ged?chtnis hilft ihnen die Orte wieder zu finden, wo der Tisch reich gedeckt ist. Ein Wechsel in einen Lebensraum au?erhalb der Stadt ist somit für die Tiere nicht mehr lohnend. 

Ein weiterer Grund des Aufenthalts von Wildschweinen in Wohngebieten kann aber auch die Jagd sein. Wildschweine sind ?u?erst schlau und k?nnen sich bestens an Orte, Personen und Situationen erinnern. So wissen sie auch zu Zeiten der Jagd, dass sie in G?rten und Parks sicher sind und genie?en, dass dort nicht gejagt werden darf. 

Insbesondere aber auf Grund der relativ milden Winter im letzten Jahrzehnt kann es zu sehr hohen Vermehrungsraten bei Wildschweinen kommen, die dann gezwungen sind sich neue Lebensr?ume – also auch in den Randbereichen von St?dten - zu erobern.

3. Verhaltensregeln im Umgang mit Wildschweinen in der Stadt

Den Wildschweinen Futter oder Wasser anzubieten sollte unbedingt unterbleiben, da es in der Folge zu erheblichen Problemen führt. Leider vermuten viele Anwohner betroffener Gebiete, dass die Wildschweine Not leiden und begehen den Fehler, die Tiere zu füttern. Sie verwechseln Wildtier mit Haustier. Wildschweine sind intelligent und werden sich den einfacheren Weg der Nahrungsbeschaffung gut merken. Dadurch werden die Wildschweine dauerhaft in die Wohngebiete gelockt. Jede Art von Fütterung zieht Wildschweine dauerhaft an, denn eine einmal erschlossene Nahrungsquelle wird immer wieder auf Nahrung geprüft. Die Konsequenz sind Sch?den in G?rten und Parks. Papierk?rbe, Mülltonnen, Komposthaufen, usw. bilden ein lohnendes Ziel für Streifzüge. Deshalb ist ein Umdenken seitens der Anwohner betroffener Gebiete gefordert. Lohnende Ziele wie Komposter, Mülltonnen usw. sollten vor dem Zugriff von Wildschweinen gesichert werden. Auch die Hinterlassenschaften eines Picknicks locken Wildschweine (und nicht nur diese) in die Parkanlagen und sollten auch unter dem Gesichtspunkt der Landschaftspflege ordnungsgem?? entsorgt werden. 

Wildschweine k?nnen sehr gut riechen, sehen aber schlecht und bemerken Menschen daher vielleicht erst auf kurze Distanz. Bewahren Sie deshalb bei einer unverhofften Begegnung mit Wildschweinen Ruhe. Man muss keine Angst vor Wildschweinen haben, jedoch sollte man ihnen mit Respekt begegnen. Sie flüchten in der Regel. Zwar sind Wildschweine ein sehr wehrhaftes Wild, aber grunds?tzlich aggressiv sind sie nicht. L?sst sich ein direktes Aufeinandertreffen nicht vermeiden, bleiben Sie stehen und machen sich bemerkbar. Rennen Sie nicht weg, sondern ziehen Sie sich langsam und vor allem ruhig zurück. Am besten in die entgegen gesetzte Richtung und ohne Hast. Dies signalisiert den Tieren, dass für sie keine Gefahr besteht. 

Sehr wichtig ist, dass Wildschweine immer eine Rückzugs- bzw. Fluchtm?glichkeit haben. Man sollte sie auf keinen Fall in die Enge treiben. Im Normalfall wird die Flucht einer Konfrontation vorgezogen! Bei Begegnungen mit Wildschweinen sollte man auf jeden Fall Ruhe bewahren. Allerdings schrumpft die Fluchtdistanz bei den Stadtwildschweinen schnell, so dass sie den Menschen bis auf wenige Meter an sich heran lassen, wenn sie sich erst einmal an ihn gew?hnt haben. Ruhige bzw. beruhigende Worte, und ein Verhalten, als w?re alles ganz normal, entsch?rfen die Situation. Wilde Schreierei oder hektische Bewegungen k?nnen Wildschweine so verunsichern, dass sie eine Bedrohung fürchten und im schlimmsten Falle mit einem Angriff reagieren. 

Weibliche Wildschweine mit Jungtieren  (sog. ?Frischlinge“) sollten in gro?em Abstand umgangen werden. Eine Bache mit Frischlingen ist aggressiver und sie wird ihre Nachkommen mit allen Mitteln und sogar unter Einsatz ihres eigenen Lebens gegen jede potentielle Bedrohung verteidigen. Falls es jedoch zu einer unverhofften Begegnung kommt, so sollte man auch in dieser Situation stehen bleiben und sich langsam und ruhig zurückziehen. 

Bei Spazierg?ngen mit dem Hund sollte der Hund an der Leine geführt werden, denn ein Kampf zwischen Hund und Wildschwein kann mit lebensgef?hrlichen Verletzungen des Hundes enden.

4. Schutz von Grünanlagen und G?rten vor Wildschweinen

Wildschweine sind mit einem hervorragenden Geruchssinn ausgestattet. Dieser erm?glicht es ihnen auch auf gro?e Distanz Nahrung zu wittern. Dringen Wildschweine in G?rten ein, so brechen die Tiere mit ihren kr?ftigen Schnauzen, dem sog. ?Wurf“, den Boden auf. Dies geschieht meist nachts und der Garten ist am Morgen danach kaum wieder zu erkennen. Um solch ungebetene G?ste fern zu halten, sollte man das Gel?nde entsprechend einz?unen. Ein normaler Zaun wird allerdings nicht viel nützen, denn dieser wird von den kr?ftigen Tieren hoch gedrückt, um einen Weg darunter freizumachen. Empfehlenswert sind Stabmatten, deren Pfosten fest einbetoniert und mit diesen Matten fest verschraubt sind. Ein gew?hnlicher Zaun sollte 40 - 50 cm in den Boden eingelassen werden, oder an einem Betonsockel so verankert werden, dass ein Hochdrücken nicht m?glich ist. Wird der Zaun in den Boden eingelassen, so ist eine Biegung des Zaunmaterials nach au?en hilfreich. Der Zaun kann somit nicht untergraben und hoch gedrückt werden, da das Wildschwein mit seinem eigenen Gewicht auf dem Zaun steht. Bei der Wahl des Zaunes sollte man auch darauf achten, dass dieser so beschaffen ist, dass ein Auseinanderdrücken der einzelnen Maschen nicht m?glich ist. Die H?he des Zaunes ist ebenfalls wichtig, denn Wildschweine sind bei Bedarf auch hervorragende Springer, weshalb der Zaun eine H?he von ca. 1,5 m aufweisen sollte.

5. Wildschweine im Stra?enverkehr

Wildschweine sind meist nachtaktiv, aber auch am Tage k?nnen Wildschweine Stra?en überqueren. Diese sogenannten Wechsel sind meist mit entsprechenden Verkehrszeichen ausgewiesen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass nur genau an der Stelle, wo das Schild steht der Wechsel stattfindet und kein Wechsel an anderer Stelle erfolgt. Passen Sie in solchen Gebieten stets ihre Geschwindigkeit an. Tritt ein Wildschwein aus dem Grün an den Stra?enrand, sollte man auf jeden Fall bremsbereit sein, denn es k?nnte im n?chsten Moment die Fahrbahn überqueren. Sollten Wildschweine die Stra?e überqueren wollen, so lassen Sie die Tiere in gebührendem Abstand passieren. Danach sollten Sie langsam weiter fahren und darauf achten, dass kein Nachzügler dem Rest der Rotte folgt. Diese Regel gilt auch, wenn ein Einzeltier die Stra?e überquert hat, denn wo ein Wildschwein ist, folgen meist weitere.

6. Werden Wildschweine in Darmstadt bejagt?

Wildschweine geh?ren zu den frei lebenden, herrenlosen Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen. Im Allgemeinen darf nach dem Jagdgesetz eine Jagdausübung grunds?tzlich nur auf land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Grundfl?chen erfolgen, die zu einem offiziellen Jagdbezirk geh?ren.

Au?erhalb von offiziellen Jagdbezirken  insbesondere in lt. Jagdgesetz sog. ?befriedeten Gebieten“ wie z.B. Wohnsiedlungen, Grünanlagen, Friedh?fen oder G?rten ist eine Jagdausübung aus Sicherheitsgründen gesetzlich verboten und es bedarf einer speziellen Ausnahmegenehmigung für die Jagd. Nur wenn eine gefahrlose Schussabgabe m?glich ist, kann das Ordnungsamt der Stadt Darmstadt - Untere Jagdbeh?rde in Ausnahmef?llen, insbesondere zur Gefahrenabwehr und zur Tierseuchenbek?mpfung, dem jeweiligen Grundstückseigentümer eine beschr?nkte Jagdausübung durch ausgew?hlte und besonders geschulte J?ger genehmigen. 

Für Wildtiere im besiedelten Bereich der Stadt besteht keine konkrete beh?rdliche Verantwortung zur Regulierung ihrer Population. Bei Gefahr für die ?ffentliche Sicherheit durch Wildschweine in der Stadt ist allerdings beh?rdliches Handeln erforderlich. Bürger die Wildschweine in der Stadt sichten, sollten umgehend die Polizei benachrichtigen. Diese entscheidet über weitere einzuleitende Ma?nahmen der Gefahrenabwehr und informiert evtl. den Wildtierbeauftragten der Stadt Darmstadt.     

Bei Sch?den in der Stadt durch Wildtiere besteht kein Anspruch auf Schadensersatz, wenn z.B. Wildschweine den Garten verwüstet haben, da Wild lt. Jagdgesetz herrenlos ist. Die Sicherung von Grundstücken oder Geb?uden liegt in der Verantwortung der Eigentümer selbst. Die Kosten für die Sicherung ihrer Grundstücke sind vom Eigentümer zu tragen.

Kontakt

  • Polizeipr?sidium Südhessen

Klappacher Stra?e 145, 64285 Darmstadt
Tel. 06151 / 9693030  

  • Hessisches Forstamt Darmstadt 

Ohlystra?e 75, 64285 Darmstadt
Tel. 06151 / 4091-0  

  •  Amt für Veterin?rwesen und Verbraucherschutz

Rheinstra?e 67, 64295 Darmstadt 
Tel. 06151 / 78 58 850  

  • Grünfl?chenamt 

Bessunger Stra?e 125, 64295 Darmstadt 
Abteilung Forsten, Biotopschutz, Stadtb?ume 
Tel. 06151 / 132908 oder 132923   

  • Bürger- und Ordnungsamt - Untere Jagdbeh?rde

Stadthaus, Grafenstra?e 30, 64283 Darmstadt 
Tel. 06151 / 13- 2296 

 

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Informationen zu Wildschweinen in der Stadt

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